"High-End" Bildbearbeitung: Die Sättigungsmaske

Ein beleibtes Werkzeug in der digitalen Bildbearbeitung ist die Sättigungskorrektur eines Fotos. Meistens erhöht man die Sättigung der Farben, um sie zu verstärken und etwas "Sonne" in ein an sich flaues Bild zu bringen. Ein Problem wird aber sehr schnell die Übersättigung einzelner Bildbereiche, die von sich aus schon genug gesättigt waren. Es entstehen dann einfarbige, übersättigte und überstrahlte "Inseln" im Bild. Diese findet man insbesondere in dem unscharfen Hintergrund-Bokeh. (In diesem Beispiel die grün-gelben Flecken im Hintergrund ...siehe mittleres Bild 2.) Ein weitere Nachteil: Es geht Zeichnung verloren ...schön zu sehen an den Wassertropfen auf dem Blatt.

original.jpg (87337 Byte) original_uebersaettigt.jpg (92870 Byte) original_fertig.jpg (92326 Byte)
1. original Bild 2. völlig übersättigtes Bild 3. am Ende der unten beschriebenen
Bearbeitungsschritte

Gesucht wird also nun eine Verfahren, mit dem nur die ungesättigten Bildbereiche gesättigt werden, die schon gut gesättigten Bereich aber so belassen oder zumindest weniger intensiv gesättigt werden.

Das Verfahren der Sättigungsmaske

Zuerst erzeugen wir uns zwei Versionen des Bildes, einmal die unbehandelte "Roh-Original-Version" und eine gut gesättigte 2. Version. Diese zweite Version hat dann meist das Problem der überstrahlen Farbflächen.

Nun legt man das übersättigte Bild als neue Ebenen auf das Original. (Bei PSP8 per Zwischenablage und einfügen als neue Ebene.

Gesucht ist nun eine Maske, zwischen den beiden Ebenen, die die schon von sich aus stark gesättigten Bereiche maskiert. Man muss sich das so vorstellen als würde man in die oben liegende -übersättigte- Ebenen an den zu stark gesättigten Bereichen Löcher reinschneiden bzw. -radieren, so dass an diesen Stellen das -weniger gesättigte- Original durchscheint.

Wie erzeugt man sich also nun so eine Maske ? Das ist ganz einfach ...man trennt das Originalbild in seine HSL-Bestandteile auf.
(HSL = H=Hue=Farbton, S=Saturation=Sättigung, L=Luminance=Helligkeit)
Dafür gibt es eigentlich in jeder Bildbearbeitungs-Software einen Menüpunkt (In Paint Shop Pro 8 ist er zu finden unter "Bild-Kanäle Trennen-HSL-Trennung") Nach Aufruf dieser Funktion erhält man 3 Graustufen-Bilder, von denen uns nur das "Sättigungsbild" interessiert.

original_saettigung.jpg (30301 Byte) original_saettigung_negativbild.jpg (29733 Byte)
Dies ist also der Sättigungsbestandteil des Bild's. Die weißen Stellen sind die, die schon gut gesättigt sind. Die dunklen Stellen können noch etwas Sättigung vertragen. Für die Maske zwischen den beiden Ebenen brauchen wir aber ein Negativbild davon, da dunkle Stellen in einer Maske den "frei-radierten" Stellen entsprechen. In PSP8 erzeugt man ein Negativbild per Menüpunkt "Anpassen-Negativbild"

So, nun fügen wir zwischen den beiden Ebenen eine Maskenebene ein und verwenden für diese Maske das invertierte Sättigungs-Graustufen-Bild:

anleitung_saettigungsmaske_einfuegen.jpg (117317 Byte)

Dann sieht die Ebenenpalette so aus; ...und wie man sieht, werden die grün-gelben Flecken nicht mehr so extrem übersättigt. Der Rest des Bilds wird aber weiterhin in der Sättigung angehoben.

anleitung_mit_saettigungsmaske.jpg (104926 Byte)

Wenn die grün-gelben Flecken immer noch zu stark gesättigt sind, gibt es wiederum einen Trick: Dann macht man einfach die Maske insgesamt dunkler.
Am Besten über die Kurven-Funktion der Bildbearbeitungs-Software. (Maske in der Ebenen-Palette anklicken und bei PSP8 über Menüpunkt "Anpassen-Helligkeit und Kontrast-Kurven" die Maskenebene dunkler machen) Je nachdem wie stark man die Kurve nach rechts unten zieht, um so mehr verringert man die Sättigung im Bild.

anleitung_mit_saettigungsmaske_dunkler.jpg (120916 Byte)

Viel Erfolg beim Nachmachen!

(c) Oliver Geith 2004